Homberg (Efze), die Hessentagsstadt 2008, präsentiert sich in Weilburg

"Nordhessische Dickschädel" werben um "Handgeklapper"
18.06.2005



Weilburg / Homberg (Efze). Premiere in Weilburg: Zum ersten Mal stellte sich in einer Hessentagsstadt ein künftiger Veranstalter mit einem ganztägigen Bühnenprogramm vor. Die nordhessische Stadt Homberg (Efze) ist Gastgeber des Hessentags 2008. In Weilburg zeigten Bürgermeister Martin Wagner und sein Gefolge in historischen Kostümen - Burgfräulein, Stadtgarde und Ritterschaft, die sich selbst als "nordhessische Dickschädel" bezeichneten - sowie Spielmannszug und der singende Frisör "Reiner Irrsinn", was die 17 000 Einwohner-Stadt zu bieten hat.

"Mit drei Bussen und 130 Personen sind wir hier", berichtete der Homberger Rathauschef. Ein Tagesausflug, um für das Fest der Hessen in drei Jahren zu werben. Allerdings seien in den kommenden Tagen ständig Verwaltungsmitarbeiter aus Homberg zu Gast in Weilburg. "Um Anschauungsunterricht zu nehmen und Kontakte zu knüpfen - mit Polizei, Bundeswehr, Hessischer Rundfunk, Winzern, mit allen, die Bestandteil des Hessentags sind", so Wagner. Er betont aber auch: "Nicht um abzukupfern. Denn jede Stadt ist anders."

So habe Homberg zwar auch eine historische Innenstadt, aber eine Fachwerk- und keine Barockstadt. Und Homberg kann mit dem tiefsten ausgemauerten Brunnen Deutschlands werben: 150 Meter tief, in der Hohenburg. Die Burg sei im Dreißigjährigen Krieg zerstört und nach dem Zweiten Weltkrieg von der Burgberggemeinde wieder aufgebaut worden. Auf der Hessentagsbühne des "Weilburger Tageblatts" am Marktplatz warb der Verein mit Vorführungen zum Thema Burg.

Ebenso die Ritterschaft zu Hohenburg: "Wir treffen uns einmal im Monat und leben das 13. Jahrhundert", erzählt Jens Boland alias Hartmann von Hohenberg. Im 13. Jahrhundert bekam Homberg die Stadtrechte verliehen, vor 774 Jahren. Kommendes Jahr ist ein Fest "775 Jahre Stadtrechte". Auf der Weilburger Bühne zeigte die Ritterschaft - Schreiber, Speerträger, Astrologe, Bogenschütze, Markgraf und Herold (im bürgerlichen Leben: Chemiearbeiter, Floristen, Beamte und Kaufleute) - ein Markttreiben mit Schwertkampf. Und "Herold Ferdinand" (Fabian Schnoor) bat um ein "Handgeklapper" (Applaus) der Zuschauer.
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Einen Nachteil gegenüber Weilburg machte der Homberger Bürgermeister Martin Wagner dennoch aus: "Was wir leider nicht haben - und dafür beneide ich Weilburg - ist ein so breiter Fluss wie die Lahn. Die Efze ist dagegen ein Bach." Dafür hat Homberg nun die besten Wünsche vom Weilburger Hessentagspaar. Dirk Petersen: "Wenn ihr in drei Jahren dran seid, dann werdet ihr auch viel Glück brauchen, das alles so gut funktioniert. Präsentiert euch gut! und ein gutes Zusammenkommen und gute Gespräche!"